Illustration: Ringanlagen in Hamm

Ringanlagen

Ein grüner Spaziergang rund um die Altstadt

Ringanlagen – Ein grüner Spaziergang rund um die Altstadt

Galeriebild

Wer Hamm zu Fuß erkundet, merkt schnell: Die Innenstadt endet nicht abrupt. Sie geht fließend über – in Wege, Wiesen, Baumreihen und kleine Plätze. Genau das sind die Ringanlagen. Sie umschließen die historische Altstadt wie ein lockerer grüner Rahmen und gehören zu den angenehmsten Orten für einen Spaziergang ohne konkretes Ziel.

Wo früher Wasser floss, wächst heute Grün

Die Ringanlagen liegen dort, wo früher die Stadtgrenzen verliefen – nicht als Mauern, sondern als natürliche Barrieren aus Wasser. Lippe und Ahse umgaben Hamm einst wie ein Schutzring. Als sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Bau des Datteln-Hamm-Kanals die Wasserwege verschoben, entstand mitten in der Stadt eine ungewöhnliche Leerstelle.

AStatt sie zuzubauen, entschied man sich für etwas Weitsichtigeres: Raum für Luft, Licht und Bewegung. Unter maßgeblicher Planung von Stadtbaurat Otto Krafft wurde das ehemalige Fluss- und Grabensystem neu gedacht – als zusammenhängender Grünzug, der Altstadt und angrenzende Viertel miteinander verbindet.

Eine Idee, die bis heute funktioniert

Schon vor dem Ersten Weltkrieg setzte Hamm damit auf moderne Stadtplanung. Ein Gestaltungswettbewerb brachte unterschiedliche Entwürfe zusammen, aus denen schließlich die Ringanlagen entstanden. Mit ihrer Eröffnung im Jahr 1914 war klar: Das hier ist kein Park zum Abschließen, sondern ein öffentlicher Raum zum Durchqueren, Begegnen und Verweilen.

Bis heute merkt man dieser Idee an, dass sie nicht auf Repräsentation, sondern auf Alltag ausgelegt ist. Die Ringanlagen sind kein „Ziel“ – sie sind ein Weg.

Drei Ringe, viele Möglichkeiten

Der Grüngürtel gliedert sich in mehrere Abschnitte, die jeweils ihren eigenen Charakter haben:

  • Südring – locker, offen, ideal für kurze Wege zwischen Innenstadt und Süden
  • Ostring – der bekannteste Teil, mit Alleen, Musikpavillon und dem markanten Bärenbrunnen
  • Nordring – weiter, ruhiger, mit Blickachsen Richtung Lippe und Kanal

Ein ursprünglich geplanter Westteil existiert heute nicht mehr, doch die Idee des umlaufenden Grünraums ist bis heute gut erkennbar.

Treffpunkte statt Durchgangszonen

Besonders im Ostring zeigt sich, wie gut die Ringanlagen funktionieren. Hier trifft man Jogger, Familien, Studierende und Menschen in der Mittagspause. Der Bärenbrunnen ist dabei so etwas wie der inoffizielle Mittelpunkt – nicht als Denkmal, sondern als Treffpunkt. Wasserrauschen, Sitzgelegenheiten, Schatten: Stadtleben in entspannter Form.

Warum man sie bewusst einplanen sollte

Die Ringanlagen sind perfekt für alle, die Hamm nicht nur sehen, sondern erleben wollen. Sie verbinden Sehenswürdigkeiten miteinander, bieten Pausen zwischen Terminen und machen deutlich, wie eng Stadtgeschichte und Stadtplanung zusammenhängen.

Ob als Abkürzung, Spazierstrecke oder Ort zum Abschalten: Die Ringanlagen zeigen, dass Hamm schon vor über hundert Jahren verstanden hat, wie wertvoll Grün mitten in der Stadt ist – und dass gute Ideen lange halten.


Galerie